Bericht über meinen Aufenthalt im Tierheim BELCHATOW vom 18.- 25. September 2014
von: Beate Du Beau

Als ich im April dem damals urlaubsreifen Tierheimleiter von Belchatow scherzhaft sagte, er könne ja Urlaub machen und ich würde versuchen, ihn im Tierheim zu ersetzen, so daß er sich keine Sorgen darum machen müsste, dachte ich nicht daran, daß dies Wirklichkeit werden könnte. Nach Rückkehr von seiner August-Fahrt überraschte mich mein Mann mit der Nachricht, daß der Chef von Sanikom (diese Firma ist Eigentümer des Tierheims) meiner Idee zugestimmt hätte. Ich solle eine Art „externer Beobachter/Berater" sein während meines dortigen Aufenthaltes. Solle Verbesserungsvorschläge unterbreiten und die Strukturen untersuchen.

Nun begann die Planung: mit Marina, die die Sept.-Fahrt durchführte, fuhr ich am 17.Sept.mit dem Crafter bis Berlin, von wo wir dann am nächsten Tag mit ihrer Schwester Doris als Beifahrerin gen Polen starteten.
Ich würde im TH schlafen, Mariusz stellte mir freundlicherweise sein altes Zweitauto zur Verfügung, so daß ich auch einkaufen und zum Essen fahren konnte.
Ich bekam vorab den Plan der einzelnen Arbeitsschichten zugesandt. Diese sind:

7-15 Uhr
15-23 Uhr
23-7 Uhr
an den Wochenenden ist tatsächlich nur jeweils ein Arbeiter von 7-15 Uhr, einer von 15-23 Uhr
sowie der Nachtdienst tätig – und das für ca. 170 Hunde!!

Freitag, 18. Sept./der 1. Tag im Tierheim

7.10 Uhr beginnt der Tag. Als erstes fällt mir morgens ein neuer schöner Außenauslauf für die jungen Katzen auf, der seitlich am „Kochhaus" gebaut worden war. Sogar Bäume zum Klettern und Gras ist vorhanden. Die Kleinen können aus dem warmen Innenraum durch ein eingemauertes Drainagerohr nach draußen – ideal!
neues Katzengehege 1

neues Katzengehege 2

Raum für junge Katzen

Bereits im August hatte ich von Brigitte Bilder von einem Hund bekommen, der sich das Vorderbein aufgeleckt hatte. Man hatte ihm jetzt eine Halskrause umgemacht, das Bein war zugeheilt und er wurde tagsüber am Teich an einen Baum gebunden, hatte dort Wasser und Fressen. Ein lieber alter Rüde, dem ich jeden Tag etliche Male die Halskrause abnahm und mit ihm spazierenging.
A 627
A 627

Im großen Welpenauslauf sitzt ein ganzer Wurf: 5 niedliche Welpen, alle unterschiedlich im Fell, einige kommen sofort zum Menschen, andere verstecken sich erst einmal.
Welpen

Welpen 2

Neben dem Haus ist mit langer Leine ein kleiner schwarzer Rüde am Baum angebunden. Jeden Tag sitzt er dort, mit Futter/Wasser. Ein lieber kleiner Kerl, der springt wie ein Flumi, sobald man sich ihm nähert. Er wurde nach einem Autounfall eingeliefert und hat wohl ab und an eine Art epileptischen Anfall, kann dann plötzlich nicht sehen. Es geht aber wieder vorbei. Während meines Aufenthaltes hatte er keinen einzigen Anfall. Sie erzählten mir, daß man eine Tomographie machen müsste, die in Polen 400 ZL kostet. Ich sagte erst einmal 200 ZL Zuschuss dafür zu.
Rüde  mit Epilepsie

Vor dem Haus, in dem gekocht wird, ist eine graue Schnauzermix?/Hündin angebunden. Ihr eines Auge ist etwas verletzt. Sie ist ein Traum von Hund, so lieb, menschbezogen, aufmerksam und gelehrig. Wer diesen Hund bekommt, hat einen Lottogewinn!
graue Hündin

graue Hündin u Ewa

Adrian und Ewa fahren zum Brot holen, Andrzej füttert die Hunde und Bogdan ist fleissig am Betonmischen zum Gießen der Böden der neuen Zwinger, die unter dem großen Dach entstehen.
neue Zwinger entstehen

Die dunklen Zwinger noch vor Kurzem:
ueberdachter-zwinger

Nachmittags kommt ein LKW, der das gefrorene Fleisch für eine Woche anliefert. Robert beginnt seinen Dienst um 15 Uhr und holt hinten von der Wiese, wo ein Riesenberg Holz lagert, eine Schubkarre voll zum Kochen.

Im ersten Auslauf sitzen 2 Rüden und 2 Hündinnen. Es gibt zwischen den Rüden eine Beisserei, da der schwarze Rüde wohl nicht ganz rüdenverträglich ist. Ich haue mit dem Besen von oben über den Zaun und spiesse mir schön die Spitzen in die Hand – aber die Hunde waren auseinander.
Sehr positiv finde ich, daß - nachdem ich den Vorfall Adrian melde – ein paar Stunden später der gebissene in einen anderen Auslauf gesetzt wurde, wo es keine Probleme gibt.

Adrian reinigt nach seiner Rückkehr die Zwinger im großen Hundehaus.

Abends bauen Marina, ihre Schwester, Iza und ihr Mann den von Marina mitgebrachten Katzen-Kratzbaum auf, der nun von den jungen Katzen genutzt wird.
neuer Kratzbaum

Samstag, 19. Sept./der 2. Tag im Tierheim

4.45 Uhr, wie üblich an Transporttagen, klingelt der Wecker.
Nachdem Marina und Doris weggefahren sind, lege ich mich noch einmal hin und schlafe bis 8 Uhr. Bartek hat von 7-15 Uhr Dienst, danach folgt Robert bis 23 Uhr, dann Nachtschicht für Arek. Ich helfe, die kleine Hündin SONIA mit ihrem Welpen in einen Außenauslauf zu bringen, wo die beiden den Tag verbringen werden, nachts sind sie in einem warmen Raum hinter dem Tierarztzimmer. Beide wurden ausgesetzt gefunden.
Mama mit Welpe

Dann kommt die kleine gelb/weisse Adoptivmutter dran, die im Haus mit 2 sehr kleinen schwarzen Welpen sitzt. Die Mutter kam mit eigenen Welpen als Fundhund ins Tierheim, die Welpen wurden vermittelt und sie adoptierte dann die beiden schwarzen, die in einer Gemeinde abgegeben wurden, hat immer noch viel Milch. Rührend, wie sie nebenher läuft, wenn man ihre neuen Kinder trägt, sie ist eine sehr gute Mutter. Falls jemand Interesse an ihr hat, besorge ich gerne die Informationen über sie.
Zieh-Mama

 

In Belchatow wird trockenes Brot, welches einige Bäckereien zur Verfügung stellen, in der Schubkarre mit Wasser eingeweicht. 60 kg Fleisch werden jeden Tag in einem riesigen Kessel, der mit Holz beheizt wird, gekocht und dann mit dem eingeweichten Brot vermischt. 60 kg für ca. 170 Hunde ergibt mind. 300 g Fleisch, was nicht wenig ist, da es ja auch viele kleine Hunde gibt. Normalerweise wird das Fleisch in gefrorenen 10 kg-Paketen angeliefert. Z.Zt. jedoch ist es in ½ Pfund-Paketen eingepackt (und wird so auch an priv. Hundehalter verkauft). Dies bedeutet, daß täglich 240 Pakete ausgewickelt werden müssen.
Fleisch auspacken

Fleischküche

 

Nachmittags um 16 Uhr wird mir zu Ehren gegrillt. Iza und ich waren am späten Vormittag noch in die Stadt gefahren, hatten Fleisch, Würste, Brot gekauft und ich die Zutaten für einen Nudelsalat, den man in Polen scheinbar nicht kennt. Aber die Mitarbeiter mögen ihn fast alle. Wir haben wunderbares Wetter, können in der Nähe des Teiches draußen sitzen und haben viel Spass. Die Frau von Bartek kommt noch und der Mann von Iza. Die Kollegen in Belchatow verstehen sich alle sehr gut untereinander, das merkt man als Außenstehender sofort.
Grillen

 

Sonntag, 20. Sept. /der 3. Tag im Tierheim

Ich habe mir den Wecker gestellt und sitze um 7.15 in der Küche beim Kaffee. Arek hatte Nachtdienst, Slavek loest ihn um 7 Uhr ab. Sein Dienst geht bis 15 Uhr, dann wird Robert ihn ablösen und Arek dann um 23 Uhr erneut den Nachtdienst antreten.

Wir beginnen im Katzenhaus - Einsammeln der dreckigen Näpfe und Katzenklos und Reinigen derselben. Denkt man jetzt an einen Wasserhahn mit heissem Wasser, liegt man leider fehl - man kann sich aus der Küche (quer ueber den Hof) einen Eimer mit wirklich heissem Wasser (taucht man die Hand ein, hat man eine Brandblase) holen, giesst diesen in eine Schubkarre und kann loslegen.m Saubermachen.
Das tägliche  Auspacken der 240 Fleischpakete übernehme ich wieder, nachdem der Kochkessel "gereinigt" worden war.

Die übliche Reinigung sieht so aus, dass man erst mit einem Spaten das alte gekochte Fleisch losbricht, den Rest dann mit einem Spachtel abkratzt. Ich holte mir 1 Eimer fast kochendes Wasser aus der Küche und beginne mit Bürste und einem Spülmittel. Das Wasser ist im Nu dunkelbraun, Slavek kommt und kippt den Riesentopf aus. Diese Prozedur wiederholen wir noch zweimal, dann einmal mit klarem Wasser nachgespült. Slavek meint, der Topf wäre ja nun "sparkling". Ein Edelstahltopf, den man leicht reinigen kann, wäre schön – die Frage ist, was er kostet. Ich werde fragen.

Zwischendurch laufe ich mit dem Hotelgast – einem netten Westhighland Rüden - Gassi, insgesamt 3 Runden am Tag, wir bringen SONIA mit ihrem Welpen für leider nur 2 Stunden raus, da es den ganzen Tag einen Wechsel aus Sonne und leichten Schauern gibt..
Die andere Mama wird ebenfalls mit den beiden Adoptivkindern rausgebracht, aber ihr Zwinger ist überdacht, so kann sie auch bei Regen draussenbleiben.

Der ganz stark hustende A 0627 wird wieder neben dem Teich an die Leine gemacht, auch mit ihm laufe ich verteilt 3 Runden. Er galoppiert fast ständig, Gehen scheint ihm wehzutun, denn er lahmt
sehr.

Nach dem Auspacken des Fleisches wische ich den Flur des Gebäudes, in dem die Katzen untergebracht sind und gekocht wird, packe die nunmehr getrockneten Katzenklos und -näpfe an die entsprechenden Lagerstellen, befülte neue Katzenklos mit Sand, Slavek füttert die Katzen.

Die Hunde waren bereits morgens vor 7 Uhr von Arek gefüttert worden.

Slavek spritzt dann die ganzen Zwinger aus, gemeinsam sammeln wir den Kot aus den Ausläufen hinter dem Haus und den 9 Aussenzwingern..

Robert wird am Nachmittag die neuen grossen Ausläufe reinigen.
Ein Hund fällt mir auf: er sitzt im grossen Hundehaus, hat aber keinen neuen Aussenauslauf bekommen. Ein schmaler Raum, ewig feucht, ist seit dem 18.1.2013 sein zu Hause
F 1284
Zwinger F 1284
Ich glaube, dass dieser Hund seit diesem Tag kaum jemals draussen war. Ein hübscher, rauhaariger Rüde/F 1284, der 2008 geboren sein soll und seit dem 18.1.13 im TH ist. Ich nehme ihn an die Leine und wir laufen eine grosse Runde, danach binde ich ihn vorne an einen Baum und mache Bilder. Sehr menschbezogen, anhänglich, ein wirklich lieber Kerl - sein Manko ist, dass er keine anderen Hunde mag und keine Katzen.
F 1284 traurig

F 1284 glücklich

 

Der nächste Hund war mir schon seit über einem Jahr aufgefallen, ist er doch eine Schönheit mit seinem mehrfarbigem langem Fell, fällt durch sein ständiges Wedeln und Betteln überall auf: F 0579. Er soll 2011 geboren sein und ist mit ca. 58 cm wahrlich kein Riese. Und trotzdem nimmt ihn niemand...
F 0579

Er sitzt mit einer Hündin, die wohl noch nie auf einer HP war: E 1187 - sie soll 2004 geboren sein. Ist man weit weg, kommt sie mal in den Außenauslauf, sonst versteckt sie sich immer unter dem Brett, mit dem die Hunde den Hoehenausgleich vom Innen- zum Aussenzwinger bewältigen.
E 1187 1

E 1187 2

Selbst im Ordner, der alle Hundedokumente enthält, ist kein Foto von ihr. Sie ist seit dem 11.4.2012 im Tierheim und wird dieses wohl nicht mehr verlassen. Vorhin hatte ich Glück: ganz kurz habe ich sie gesehen, es ist eine sehr schöne Husky (Mix?) Hündin. Lt. Adrian kann sie keiner anfassen. sie beisst aber nicht. Leint man sie an, beisst und knurrt sie, beisst die Leine durch. Sie setzen diese Hündin sehr ungern um.

F 0579 bürste ich wohl eine halbe Stunde - nur noch der halbe Hund geht zurück in seinen Zwinger.

Nachmittags kommt ein Mann in einem Auto und bringt einen ganzen Karton Katzenbabies = 8 Zwerge, die zum Teil schon die Augen auf haben und jämmerlich schreien. Kurze Zeit später kommt Paulina, Buchhalterin bei Sanikom, die sich seit Jahren rührend fast täglich um die Katzen im TH kümmert und Karina, die ihr hilft. Sie versuchen per Telefon an eine Katzenmutter zu kommen,
was ihnen jedoch am Nachmittag nicht gelingt. Katzenmilch ist vorhanden, die Kleinen werden also mit Einmalspritzen gefüttert. Paulina nimmt eine neu gekommene Katze und setzt sie zu den Kleinen. Sie hat zwar keine Milch, aber beginnt, sie zu lecken. Man will via Facebook versuchen, eine Katzenmutter zu finden, die diese Kleinen adoptieren könnte.

Um 18.30 ist für mich Feierabend mit Gassigehen. Den kleinen A 413, der seit Mai im TH ist und auf 3 Beinen läuft, hole ich mir ins Haus, er sitzt eine Weile neben meinem Computer beim Schreiben dieses Berichtes und ist plötzlich verschwunden - er ist so lieb und wärmt schon mal mein Bett an:)
Gucio im Bett

Ein langer Tag, meine Füsse tun weh, hatte ich doch insgesamt den ganzen Tag vielleicht eine halbe Stunde gesessen. Noch kurz Haarewaschen, dann mit einem Buch um 21 Uhr ins Bett, welches mir nach 20 Min. aus den Händen fällt..

Montag, 22. Sept. / 4. Tag im Tierheim

Eine lange ruhige Nacht mit meinem kleinen Bettkameraden....
Er schlief am Fussende, total ruhig, war stubenrein, kommt als ich wach werde, hoch in meinen Arm und lässt sich ausgiebig kraulen. So ein lieber, feiner, ruhiger Hund, für ihn müssen wir doch eine Stelle finden. Ich finde raus, dass es seine Schulter ist, der Knochen steht spitz raus. Mehr wird das Röntgen diese Woche ergeben.
Mein Arbeitstag beginnt um 7.20. Ich möchte den Arbeitern Gelegenheit geben, in Ruhe ohne mich noch einen Kaffee zu trinken. Slavek hat sich krank gemeldet, so fehlt ein Arbeiter.
Als ich zu den Katzenbabies gehe, schreien 7, eines liegt sehr kalt abseits, trinkt auch nicht aus der Einmalspritze.
Die anderen nehmen Milch, bei der 2. Runde Milch will eines auch nicht mehr trinken. Ich nehme beide und gebe sie beim TA ab zum Einschläfern. Ewa füttert später nochmals und hat wieder 2 schwache, die zum TA gebracht werden. Ganz realistisch erzählen mir einige Mitarbeiter, dass sie dies schon so oft gemacht hatten, die Kleinen  mit einem riesigen Zeit- u. Arbeitsaufwand über eine Woche gefüttert hatten und sie dann doch immer starben...
Als ich um eine Rotlichtlampe bitte, holte man mir die einzige (außer dem Raum für kleine Katzen) noch vorhandene im TH, deren Birne beim erneuten Festdrehen an der Fassung abreisst. Ich bitte jemanden, in die Stadt zu fahren, um welche zu kaufen, jedoch müssen diese bestellt werden - am Mittwoch sollen die Birnen geliefert werden.
(Anmerkg.: Leider ist dies bis heute nicht der Fall,. HHP wird daher im Okt. einige neue Lampen plus etliche Birnen bestellen und mitnehmen, denn auch die 4 Zimmer, in denen Kranke oder frisch operierteHunde sowie Mütter mit Welpen untergebracht werden, müssen – zumindest im Winter – etwas beheizt werden.

Man hatte abends schon versucht, via Facebook Leute mit einer Katzenmutter aufzutreiben, am späten Vormittag meldet sich dann tatsächlich jemand, der eine Katze mit einem Baby hatt. Iza und Ewa fahren die 4 Babies hin und kommen glücklich zurück - die Kleinen haben bereits getrunken und das andere Katzenkind ist gleichalt.

Dann Runden laufen mit dem Hotelhund und meinem alten A 627,  Welpen u. Mutter nach draussen bringen, ein Polarpad in der Dusche waschen folgen (die Waschmaschine ist schon seit Monaten kaputt, HHP wird im Oktober eine „neue" = gebrauchte Maschine kaufen und mitbringen).

Wie geplant, ist heute das von mir angekündigte Frühstück für die Mitarbeiter an der Reihe. Es gibt Brötchen mit Käse, Salami, Schinken, die ich vorher vorbereitete, sowie Kaffee. Für mich neu, dass einige Polen saure Gurken zum Frühstück dazu essen.

Danach holt Adrian mir einige Hunde raus, die aus meiner Sicht wenig Chancen auf eine Vermittlung - auch in Deutschland - haben: A 0408, ca. 37 cm hoch, kompakt und lang, mit einem wunderschönen "Babygesicht". Ein ruhiger, lieber Rüde, der seinen Zwinger mit anderen Rüden teilt. Wir haben ihn schon auf der HP beschrieben.
A 0408

Am Gitter entdecke ich dann den bunten A 0814, einen ganz jungen Rueden von viell. max. 50 cm. Er soll Okt.2013 geboren sein und ist seit dem 22.08.2014 im TH. Er springt an der Laufleine wie verrückt hin und her, um mit Gucio zu spielen, so dass Adrian die Leine löst und er in grossen Sprüngen glücklich die Freiheit geniesst. Ein Hund, der in einem dt. TH sicherlich grosse Chancen auf eine Adoption hat. Auch muss er dringend etwas lernen, ehe er zu alt wird, er hat noch einen richtigen Baby-Bauch...
A 0814

 

Dann machen Adrian und ich uns ans Kämmen von D 0745, bei dem man ums Scheren nicht herumkommt. Die Ausbeute ähnelt einem halben Schaf und ich hatte vielleicht 1/3 auskämmen können. Als ich seinen Bauch kämmen will, kommt er herum und erwischt mich -zum Glück - mit einem Zahn nur auf der Hand. So lassen wir den Bauch...
Er wird von uns als Kaukasen-Mix beschrieben, aber ist keiner. Er soll „halb soviel Hund „ gewesen sein beim Kommen ins Tierheim, wie mir Adrian erzählte. Vielleicht ist sein Fell durch die Kastration so voluminös geworden...
D745 Cygan 1

 

Der nächste Hund, den ich rausholen lasse, ist der wunderschöne F 1716. Warum ist er nur so jung - er wäre mein Hund, wenn er 10 Jahre alt wäre. Es gibt keinen "lieberen" Hund, so wirklich sanft (wie es auf der HP von Belchatow immer so schön heisst).
Er legt sich auf die Seite, auf den Rücken, ich kann hinter seinen Ohren die dicken Placken abschneiden, nichts bringt ihn aus der Ruhe. Ich wünsche diesem Hund so sehr ein zu Hause, welches dieses wunderbare Tier zu schätzen weiss und ihn wenigstens ab und an einmal bürstet....Leider bin ich so beschäftigt mit seinem Fell, daß ich vergesse, Fotos zu machen.
(Galeriebild:)
F1716g jpg

Könnte man, wie das Herz möchte, hätte ich bis heute, Montag, bereits 3 neue Hunde...

Als ich vom Essen zurück ins Tierheim komme, stehen auf dem Hof 2 Schubkarren voll mit dreckigen Edelstahlnäpfen – ich schätze, ca. 100-120 sind es bestimmt. Bartek beginnt, heißes Wasser aus der Küche zu holen. Welch Verschwendung von Zeit und Arbeitskraft! Ca. 6 x müssen wir laufen, bis wir genügend Wasser in der Schubkarre haben, um die Näpfe erst einmal einzuweichen. Hier muss sich noch viel tun, um den Mitarbeitern bessere Arbeitsbedingungen zu bieten. Heisswasser in dem Haus, in dem gekocht wird, ist nach dem Zwingerbau das Nächste, was im kommenden Jahr in Angriff genommen werden muss. Dazu müssen aber die Türen erneuert werden, bessere Isolierung geschaffen bzw. der große Flur geteilt, so daß ein Einfrieren im Winter nicht passieren kann.
Näpfe saubermachen

 

Abends fahren noch 2 Mitarbeiter mit dem TH-Auto los und kommen kurze Zeit später mit dem eingefangenen Hund wieder: einem riesigen, total lieben, freundlichen Schäferhundrüden, der ruhig und ausgeglichen neben ihnen steht, während wir uns unterhalten. Er kommt natürlich in die Quarantäne, wo er 14 Tage bleiben wird, um anschließend kastriert und dann in einen Zwinger oder Auslauf gesetzt zu werden.
riesiger Schäfirüde
Er bekam nun die Nummer A0925 und wird vom TH so beschrieben: ca. 69 cm; geb. ca. 2009; im Tierheim seit 19.09.2014; freundlich zu anderen Hunden und Menschen; sanft.

Als ich gerade mit meinem Mann telefoniere, klopft Bartek, der bis 23 Uhr Dienst hat, an die Tür: Er müsse losfahren, ein Hund wäre überfahren worden zeigt er mir in Zeichensprache, da wir aufgrund von Sprachproblemen nicht bzw. nur sehr wenig kommunizieren können.

15 Min. später ist er zurück - auf einer kleinen Trage liegt - in eine Wolldecke gehüllt - ein kleiner schwarzer Hund, der aus dem Maul blutet. Bartek erzählt, dass 3 Autos ihn wohl erwischt hätten. Der Tierarzt wird gerufen, und während ich meinen Tagesbericht schreibe, geht ein Leben einige Räume weiter zu Ende - der TA kann ihn nur noch einschläfern.
Den Hut ziehe ich vor Bartek, der dem kleinen, röchelnden Hund das Köpfchen streichelte, eine Geste, die ich ihm nie zugetraut hätte – so kann man sich täuschen!

Mein kleiner Bettgenosse GUCIO (gesprochen GUTSCHO), so habe ich ihn getauft, schläft derweil auf einer Bettdecke neben meinem Schreibtisch – er weiss gar nicht, wie gut er es hat, verglichen mit den vielen draußen in den Zwingern. Ich hoffe so, wir finden ein Plätzchen für ihn, so dass er dann nur noch 3 Wochen hier im TH verbringen muss und im Oktober mit ausreisen kann.

Dienstag, 23. Sept. / 5. Tag im Tierheim

Da für die Nacht und den Morgen Regen angekündigt war, gönne ich mir etwas längeren Schlaf und beginne um 7.45. Bis Piotrek, dessen PC ich vor/nach seiner Dienstzeit benutzen darf, um 9 Uhr anfängt, lese ich die von meinem Mann an mich weitergeleiteten Mails, denn es regnet in Strömen. Der Hotelhund war am Abend zuvor abgeholt worden, so fallen die Gassirunden mit ihm weg. Slavek, der Tierarzt, kommt früh, gibt den 5 Welpen Wurmmittel - es war vorher leider nicht möglich, da sie krank waren und sehr schlechten Kot hatten. Ich besuche alle Hunde in der Quarantäne und mache Fotos von ihnen., gebe ihnen die so gerne genommenen großen Kauknochen. So freundliche, menschbezogene Hunde sitzen dort - die grosse schwarze Hündin weint abends stundenlang, es geht einem unter die Haut, dieses Hundeleid. Hier Bilder von allen Insassen der Quarantäne:
Quarantäne 1 Quarantäne 2

Quarantäne 3 Quarantäne 4

Quarantäne 5 Quarantäne 6

Quarantäne 7 Quarantäne 8

Quarantäne 9 Quarantäne 10

Quarantäne 11 Quarantäne 12

 

Die Schnauzerhuendin kommt an ihren angestammten Platz, wedelt den ganzen Tag jeden Vorbeigehenden an - wer diesen Hund bekommt, hat einen Lottogewinn!

Einer der neuen Ausläufe liegt ungünstig und steht schon heute fast unter Wasser. Obwohl es nicht soviel geregnet hat, die Hunde laufen nur durch Matsch, es ist schrecklich anzusehen. Alle anderen Ausläufe sind weitestgehend trocken..

Es gibt noch so vieles, was man hier verbessern könnte, sofern man hierfür genügend Geld hat: im TA -Raum eine grosse Waage, damit das Hundegewicht zum Berechnen des Narkose-Mittels festgestellt werden kann. Der OP-Tisch ist uralt, geflickt und für grosse Hunde einfach zu klein. Die Operationslampe hat nur noch eine funktionierende Glühbirne (ich lasse mir eine kaputte
ausbauen und werde in Deutschland neue kaufen) Es gibt keine Krallenzange, auch die muss gekauft werden. Vielleicht findet ein Leser dieses Berichtes einen ausrangierten bzw. günstig second-hand OP-Tisch den HHP kaufen kann?

Um 12 Uhr fahren wir mit dem Opi A 0527 und dem kleinen Gucio erst zur Praxis des TH-Tierarztes, der die Hunde in Narkose legt, danach mit diesen in eine Tierklinik, welche über ein Röntgengeraet verfügt. Mein Opi wird erneut auf meine Bitte altersmässig geschätzt, da in seinen Papieren geb. 2010 stand. Für mich ist er alt - und auch der TA in der Klinik schätzt ihn auf mind. 8-10. Sein Herz ist riesig vergrössert, Wasser ist nicht zu sehen. Die Linien seiner Rippen und Vorderbeine zeigen entzündliche Veränderungen, höchstwahrscheinlich der Beginn von Knochenkrebs. Er lahmt ja schrecklich beim Gehen, und leckt sich sein eines Vorderbein immer 10 cm auf, so dass er ständig eine Halskrause tragen muss. Es ist rührend, wie er immer beobachtet, wenn ich komme und dann vorne hochspringt vor Freude, heute beim TA bekomme ich sogar Küsschen von ihm. Wedeln scheint er nicht zu kennen mit seiner abgeschnittenen Rute, ganz im Gegensatz zu unserem 2. Patienten, dem kleinen Gucio, der bereits beim ersten Auftauchen aus der Narkose am - noch mit geschlossenen Augen – anfängt, zu Wedeln.

Bei ihm ist ein Knochen des Schulterblattes gebrochen, ein alter Bruch, der ihn halt auf 3 Beinen laufen lässt. Der TA spricht nur wenig Englisch, viel Fragen ist nicht möglich, die Röntgenbilder schauen wir uns gemeinsam an und er zeigt mir, was nicht in Ordnung ist.
Erst um 13.30 sind wir wieder im TH.
Ich laufe noch einige Runde mit Bobbik und dem so freundlichen Langzeitinsassen C 1741, der sich auch gleich dabei bürsten lässt. Warum nur will niemand diesen lieben Hund mit dem schönen Gesicht?
C 1741

Donnerstag sind dann Bobbik und der alte Dziadek dran mit Untersuchungen.

Ich fahre kurz in die Stadt zum Essen, beim Zurückkommen sehe ich Bartek und Ewa beim Schrubben weiterer Hundenäpfe, wohl aus den Aussenzwingern. Viel Arbeit ist dies immer.
dreckige Näpfe

saubere Näpfe

 

Andrzej und Iza machen Hundefotos für Paulina, die sie auf Facebook setzt und gemeinsam kämmen wir noch einen hübschen Langhaarhund und schneiden die Riesenzottel hinter seinen Ohren ab.

Meine beiden Patienten haben ihre Narkose gut überstanden und bereits wieder richtig Hunger - es gibt für den Stress leckeres Pedigree-Welpen-Dosenfutter, welches der Hersteller dem TH spendet.

Um 17 Uhr hat Ewa Dienstschluss, Iza kommt mit ihrem Mann noch einmal angefahren, der eine
Zeit im Teich angelt zur Entspannung – die Fische wirft er wieder rein. Ich finde es lieb, dass man denkt, man könne mich nicht alleine lassen oder ich würde mich langweilen. Das Gegenteil ist der Fall – die mitgebrachten Bücher werde ich wieder mit nach Deutschland nehmen müssen.
Ein einziges Buch nur werde ich zu Ende lesen können, da ich abends meist bis fast 22 Uhr an diesem Bericht schreibe und dann nur noch kurze Zeit schaffe, zu lesen.

Ewa hat heute alles blitzblank geputzt, die Küche aufgeräumt; sie hat sehr viel zu tun und schafft dies nicht immer. Die Zeiten mit 100 Hunden in diesem TH sind vorbei und irgendeine Arbeit bleibt immer lieben mangels Zeit. Müssen dann noch 2 Männer Hunde einfangen und sind dadurch manchmal Stunden unterwegs, muss sie auch deren Arbeit mit erledigen.

Bartek läuft am frühen Abend im letzten Licht noch einige Runden auf dem Tierheimgelände und ich nehme ihm einige Hunde ab. Dies sind die Hunde im Hundehaus, die noch einen Zwinger ohne Aussenauslauf haben, ingesamt sind es noch 6. Wie freuen sich die Hunde, an der langen Leine einmal über die Wiese toben zu können. Ich finde es wunderbar, dass er sich die Zeit nimmt,
später frage ich und höre, daß dies nicht zu seinen Aufgaben gehört, sondern er es freiwillig tut.
Wichtig ist auch, im nächsten Jahr eines der neuen Außengehege mit einem Dach – evtl. nur aus Draht – zu versehen. In einem Einzelzwinger sitzt eine mittelgroße, sehr nette braune Hündin, die jedoch über jeden Zaun springt und somit nicht in den Genuss eines Außenauslaufs kommt.
Bartek läuft Gassi
Bartek geht Gassi

 

Mein kleiner Gucio liegt auf einer Decke neben meinem PC und schläft schon lange, ab und an knurrt er wohlig. Er wird auch heute in meinem Bett schlafen dürfen. Die kleine weisse Huendin, die heute aus der Quaranäne kam und in einen Zwinger gesetzt wurde,
hätte es eigentlich nötiger, sie jammert und friert, aber ich möchte die Toleranz der Mitarbeiter nicht überstrapazieren und gleich 2 Hunde hier mit ins Haus nehmen.
Man darf hier nicht zu sehr auf sein Herz hören, dann kommt man nicht zurecht, aber das weiss jeder unserer "Polenfahrer" seit der ersten Fahrt...
weisse Hündin

Mittwoch, 24. Sept. / 6. Tag im Tierheim

Morgens gibt es den ersten Frost - man muss die Autos freikratzen. Dafür kommt schon um 8 Uhr die Sonne hervor, und der Tag bleibtb regenlos mit blauem Himmel.
Ein Anruf kommt  - man hat 4 Hunde an einer Schule in Belchatow gesehen. Andrzej und Adrian fahren mit dem TH- Auto / ich mit dem geliehenem hinterher. Ich kann nur staunen: die Autos, in denen die Kids von den Müttern in der Schule abgeliefert werden, könnten auch in Hamburger Nobelvierteln fahren. Direkt um die Schule nur Villen, grosse Gärten, alles von teuren hohen Zäunen umgeben. Ich entdeckte 3 Hunde, die wir versuchen, einzufangen und noch einigie Strassen weiter verfolgen.
Es war eine läufige Hündin mit ihren Verehrern, wie man mir hinterher sagt, dafür waren nun 2 TH Mitarbeiter fast 1 Stunde unterwegs gewesen.

Der TA ist im TH, als wir ankommen und ich zeige ihm die am Vortag gemachten Röntgen-aufnahmen. Gucio mit seinem alten Schulterblattbruch wird so weiterleben können / zwar ein Handicap-Hund, der meist auf 3  Beinen läuft, aber mit seinem Charme und unkomplizierten Wesen die TH Mitarbeiter schon eingenommen hat:
- er wird auch nach meinem Aufenthalt hier in der Küche leben dürfen. Verträglich mit allen Hunden, er jagt keine Katzen, von denen hier 2 kranke Freigänger leben. Ein wunderbarer Hund, ideal für Menschen,die keine grossen Gassirunden laufen.

Und dann sehen wir uns gemeinsam die Röntgenaufnahmen meines Opis an. Slavek, der TA, und ich wissen, daß dieser Hund keine Chance mehr hat. Wer würde ihn nehmen für seine letzte Zeit, er muss ständig den Halskragen tragen, weil evtl. sein Bein schon so schmerzt, daß er es aufbeisst. Dazu das so stark vergrößerte Herz (dafür gäbe es natürlich Medikamente). Aber in den letzten Wochen war das Wetter schön, er konnte den ganzen Tag draußen sein, aber jetzt beginnt die Regenzeit: in einem kleinen dunklen Raum den ganzen Tag. Ein Plastikbett und ein Wassereimer, denn aus einem Napf kann er schlecht trinken. Das soll Leben sein? Der TA kann ihn von seinen Schmerzen befreien, ihm einen schönen Tod geben, er muss nicht über Wochen oder Monate unter Schmerzen allein sterben.
In meinem Arm schläft er ein und in mir ist nur noch Trauer. Zuviele Hunde habe ich in den letzten 10 Monaten gehen lassen müssen ( Sam aus Belchatow, Myloh aus Swarzedz, Jimmy aus Pabianice, Oskar aus PT und eine Leonbergerin), nun auch noch den Opi, den ich nicht eimal beerdigen kann, wie meine Hunde sonst.

Ein Leben geht zu Ende, andere beginnen ihres – so auch diese beiden entzückenden Welpengeschwister, die man nachmittags ausgesetzt findet.
zwei-welpen


Donnerstag, 25. Sept. – 7. Tag im Tierheim

Um 8 Uhr ist der TA schon da – ich bringe ihm einige Hunde, bei denen noch das Alter in den Dokumenten des Tierheimes fehlt und wir schätzen gemeinsam. Um 10.15 Uhr ist der zweite Termin in der Tierklinik Dr. Vet (so heißt die Klinik). Ich bringe dem TA den grauen Rüden, dem ich schon soviel aus dem Fell geschnitten hatte, da noch faustdicke Klumpen hinter den Ohren hängen, direkt an der Haut. Ich bitte darum, ihn zu scheren. Er jedoch meint, er wolle ihn waschen und würde dann die Zotteln auskämmen können. ½ Stunde später schaue ich und wirklich: das Fell ist schön, sämtliche Verklettungen sind weg. Ich hole ein Handtuch und trockne ihn ab.
Slavek sagt, daß es ein Gerät gibt, ähnlich einem Fön, welches die Hunde superschnell trocknet. Es soll 300 ZL kosten (Anmerkung: wir haben das Gerät in der Zwischenzeit bestellt in Polen). Ganz wichtig ist jedoch die Anschaffung einer Waage (die wir auch in der Zwischenzeit in PL bestellt haben, sie wird ca. 200 € kosten)

In der Tierklinik lasse ich Ultraschall von div. Organen von Bobik machen. Er ist lt. dem dortigen Tierarzt alt, hat ein leichtes Herzproblem, aber an seiner Magerkeit sind wohl Probleme mit Darm und Magen schuld. Er soll fett- u. proteinarmes Futter
bekommen – so bestellen wir in einem Laden für Tiere nachmittags 20 Dosen eines ganz hochwertigen Futters, ähnlich Rinti, für ihn.

Der kleine Notfall DZIADEK ist auch mitgefahren, da er ja so stark hustet. Obwohl der TA ihn auf 12-15 schätzt, ist sein Herz relativ gut, jedoch hat er eine Bronchitis! Er bekommt 3 Spritzen, die die nächsten Tage wiederholt werden müssen und darf nun in der Mitarbeiterküche im Warmen leben. In 2 Wochen soll er wieder in die Klinik, dann wird geprüft, ob die Bronchitis weg ist und ein Termin für seine Zahnsanierung gemacht, die dringend erforderlich ist.

Ewa hat ein großes Herz für alle Katzen und auch Hunde (zu Hause hat sie einen alten Boxer) – in jedem Moment streichelt und drückt sie die Tiere, wie hier bei einer kurzen Pause.
kurze Pause

 

Hinter dem Haus habe ich in einem Auslauf einen kleinen Rüden entdeckt, der sich sofort versteckt, wenn man kommt. Ich lasse ihn herausholen und auf dem Arm von Andrzej wird er immer sicherer – neugierig schaut er in die Gegend. Man kann alles mit ihm machen, er ist nie aggressiv. Er sitzt mit 3 anderen zusammen, aber wird keine Chance in Polen haben, da er fast „unsichtbar" ist.
A 0824
BEL A 0824 3

Nachmittags kommt eine nette Familie, schaut sich einige Hunde an und entscheidet sich für den kleinen schwarzen Welpen. Die Frau spricht gut Englisch, so daß wir miteinander reden können. Ich bin glücklich über diese Adoption, da die Leute Ahnung von Welpen-Bedürfnissen haben und auch gleich am nächsten Tag mit ihm zum Tierarzt gehen wollen. Ich gebe ihnen meine Karte und bitte, mir doch einmal zu berichten oder sogar Fotos zu senden...
Interessenten

vermittelter Welpe

 

Freitag, 26. Sept. – Rückreise

Ich muss früh aufstehen, denn Iza wird mich zum Flughafen nach Lodz fahren, wo ich bereits um 8.35 Uhr sein muss. Abflug 10.35 nach München, dort 3 Std. Aufenthalt, Weiterflug nach Hamburg, wo ich um 16.30 Uhr ankomme. Genug Zeit, über diese längste Zeit, die ich in all den Jahren in Polen verbrachte, nachzudenken.
Bei unseren monatlichen Fahrten sehen wir die Tierheime immer nur stundenweise, unser Hauptaugenmerk liegt auf den Hunden, dem Fotografieren und Einholen von Informationen. Die gesamte Arbeit eines Tierheimes zu sehen, ist etwas völlig anderes;
ich bin dankbar, daß ich dort sein durfte.
Ich glaube, viele Beifahrer sind der Meinung, daß die Tierheim-Mitarbeiter nicht genügend Mitleid mit den Hunden haben. Aber wie
eine Krankenschwester die Schmerzen ihrer Patienten nicht an ihr Herz lassen darf, so müssen auch hier die Menschen ihre tägliche Arbeit tun, die sie ernährt, ohne jeden Hund in ihr Herz zu schließen, wie wir es ja gerne tun in der kurzen Zeit, die
wir dort verbringen. Es sind alles liebe Menschen dort in Belchatow, und ich würde mich freuen, wenn ich nächstes Jahr wieder eine Zeit dort leben könnte.

Nach meiner Rückkehr bekomme ich die wunderbare Nachricht, daß mein kleiner Gucio so traurig schaute, als Iza am Freitag nach Hause fahren wollte, daß sie ihn einfach mitnahm. Er eroberte auch ihr Herz und das ihres Mannes und darf nun bei ihnen bleiben – ich freue mich so für ihn!
GUCIO A 413

 

Mit diesem Bild des „Walk of Fame" vor dem Gebäude des Tierheims (beim Betonieren ist wohl eine Katze aus Versehen drüber gelaufen) möchte ich meinen Bericht schließen. Mögen noch viele Hunde und Katzen dort entlanglaufen und an diesem Ort die Chance erhalten auf ein neues Leben.
Walk of Fame

 

   
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