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Tierheimfahrten 2010
06. - 08.Mai
06. - 08.Mai
Diese Fahrt sollte ursprünglich vom 29.04. - 01.05. erfolgen, aber da unser Transportbus in der Werkstatt war, fahren wir nun vom 06.05. - 08.05.2010.
Die Hunde, die wir reservieren konnten und die mit aus ausreisten, finden Sie in unserer Bildergalerie.
Diese Fahrt war eine reine Abholfahrt.
14.05.10:
Können Sie sich an den blinden Jurand aus Belchatow erinnern, der jetzt mit uns ausreiste?
Wir möchten Ihnen die schöne Mail und die Bilder nicht vorenthalten. Sie kommen von Petra K., der Frau, die Jurand abgeholt hat und bei der er die ersten Stunden verbracht hat, bevor er in seine Pflegestelle kam.
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1. Maifahrt vom 7.05.10- 8.05.10
von Bettina Böttcher und Marina Dallmann
Unsere erste Mai-Fahrt sollte eine Fahrt werden, wie wir sie schon so oft gemacht hatten. Große Probleme waren nicht zu erwarten und der Transporter, der seit der Aprilfahrt in Berlin in der Werkstatt stand, würde bis dahin schon repariert sein.
Nach einer Woche in der Werkstatt bekamen wir den erlösenden Anruf, der Transporter sei abholbereit. Ich sollte ihn aus der Werkstatt holen und Beate wollte einen Tag später mit der Bahn von Hamburg nach Berlin fahren , um bei mir den Transporter zu übernehmen. Alles hatten wir genau geplant, also fuhr ich am 19.April zur Werkstatt, holte den Transporter und machte mich auf den Weg nach Hause.
Doch lange währte die Freude nicht, denn nach 30 km " Problem wie früher, Auto kaputt" . Ich war gerade dabei, einen LKW zu überholen, als das Gas versagte und der Crafter nur noch eine Geschwindigkeit von 60 km/h erreichte. Mit dieser Höchstgeschwindigkeit schaffte ich die letzten paar Kilometer über die Landstraße, nach Hause. Ich rief Beate an, um ihr diese schlechte Nachricht zu übermitteln, danach die Werkstatt, um den Transporter wieder abholen zu lassen.
Nun begann eine lange Zeit des Wartens. Täglich telefonierten wir mit der Werkstatt. Als man endlich den Fehler gefunden hatte, mussten viele Ersatzteile bestellt werden, deren Anlieferung sich über mehrere Tage hinschleppte. Endlich fing man am Dienstag vor der Fahrt mit der Reparatur an und machte uns Hoffnungen, daß der Crafter spätestens am Freitag abholbereit sei. Somit würde die Fahrt dann nur eine Abholfahrt von Freitag/Samstag statt Donnerstag/Samstag. Tage mit Telefonaten und Mails folgten, denn die Fahrt der Hunde in den Süden musste ja dadurch auch verschoben werden. Freitagmittag dann der Anruf der Werkstatt, man schaffe es auf keinen Fall – somit musste die Fahrt um eine Woche verschoben werden.
Ich hatte meinen Urlaub zwar etwas anders geplant, aber ich würde auch eine Woche später fahren. Dann die Nachricht : "Das Auto ist repariert , die Probefahrten verliefen ohne Problem, der Transporter kann abgeholt werden". Am 3. Mai fuhr ich also wieder nach Berlin, holte das Auto. Ich hatte natürlich gemischte Gefühle, aber ich kam ohne Panne nach Hause.
Am 5. Mai fuhr ich dann abends Richtung Hamburg zu Beate. Einen Zwischenstopp legte ich beim Tierheim Friedrich ein, um von dort noch Boxen abzuholen. Bei Beate wurde ich natürlich von ihrem Hunderudel begrüßt. Es hatte angefangen zu regnen, aber es blieb uns nichts anderes übrig, wie mussten den Transporter mit den Boxen beladen und die vielen Spenden sollten ja auch noch mit.

Spät abends kam Bettina Böttcher, die bei dieser Fahrt meine Beifahrerin war und kurzfristig eingesprungen war. Natürlich hatten wir noch viel zu erzählen und kamen sehr spät ins Bett. Am nächsten Morgen standen wir zeitig auf und begannen unsere Fahrt nach Polen. Da Bettina nicht mehr Urlaub bekam, wurde es dann nur eine Abholfahrt, also einen Tag hin, am nächsten Morgen zurück.
Der Aufenthalt ist dann natürlich immer sehr kurz (man übernachtet in Belchatow und „sammelt" am nächsten Morgen die Hunde in PT und Pabianice ein, und es gäbe auch nicht viel zu berichten, wenn sich da nicht eine Geschichte ereignet hätte:
Wir waren schon fast im Tierheim von Belchatow, als Bettina einen kleinen Hund am Straßenrand laufen sah. Die Straße ist viel befahren und der kleine Hund lief dort ganz allein. In der nächsten Einfahrt parkten wir unser Auto und Bettina rannte sofort los.
Der kleine Hund war ein Dackel, schon sehr alt und total blind. Bettina schaffte es, diesen kleinen Hundeopa einzufangen, einige Leute beobachteten diese Aktion. Wir versuchten in Erfahrung zu bringen, ob jemand wüsste, wem der Hund gehörte. Mit unseren polnischen Sprachkenntnissen gelang uns da aber nicht viel und englisch wurde von den polnischen Landsleuten nicht verstanden. Wir entschlossen uns, den Hund mit ins Tierheim von Belchatow zu nehmen. Dieses Tierheim ist zuständig für Fundtiere aus Belchatow und sollten seine Besitzer ihn suchen, dann würden sie sicherlich hier nachfragen. Im Tierheim brachten wir ihn erst einmal in einen Raum, wo auch der blinde Jurand untergebracht war. Der kleine Dackel war sehr verängstigt in seiner neuen Umgebung.
Bettina wollte ihn auf der nächsten Fahrt mit nach Deutschland bringen lassen, sollten sich seine Besitzer nicht melden. Am Morgen der Abreise schauten wir noch einmal nach ihm und er war schon viel entspannter als am Vorabend.
Über das Rauskommen einiger Langzeitinsassen und alter Hunde haben wir uns besonders gefreut: Lancet aus Lodz, der sich einfach nur den ganzen Tag freut, Miki, der kleine Alte aus Pjotr. Tribunalski, Tofik, der kleine Blinde aus Lodz, und Ren, der alte, sich aufgebende, ebenfalls aus - sie alle haben nun noch ein neues glückliches Leben vor sich...

Wir traten unsere Rückreise an. Alles klappte wie immer sehr gut und in jedem Tierheim wurden wir schon erwartet. Alle Hunde sind wohlbehalten angekommen.
Nun fragen sie sich sicherlich, wie die Geschichte mit dem kleinen Dackel ausgegangen ist? Einige Tage nach unserer Rückkehr erhielten wir aus Belchatow folgende Nachricht: „Die Besitzer des kleinen blinden Dackels haben sich heute im Tierheim gemeldet und freuten sich riesig, ihn dort gesund und munter wiederzufinden. Auch der kleine Dackelopa freute sich und ist nun wieder in seinem zu Hause.








